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Solar am Bodensee: Warum die Region Rorschach ideale PV-Bedingungen bietet

20. März 2026 · 6 Min. Lesezeit · SM Tech GmbH

Die Bodensee-Region ist einer der attraktivsten Solarstandorte im Kanton St. Gallen. Dank der Wasserreflexion, des milden Seeklimas und der südlichen Exposition vieler Siedlungen erzielen PV-Anlagen hier überdurchschnittliche Erträge. Ein Blick auf die Vorteile und Besonderheiten der Region.

Klimatische Vorteile am Bodensee

Der Bodensee ist der grösste See Mitteleuropas und beeinflusst das Klima der umliegenden Region massgeblich. Das Seeklima sorgt für mildere Winter und weniger extreme Temperaturschwankungen als im Landesinneren. Für Solaranlagen hat dies zwei wesentliche Vorteile.

Erstens: Die milden Winter bedeuten weniger Schneebedeckung auf den Modulen und damit längere Produktionszeiten. Zweitens: Die moderaten Sommertemperaturen sorgen für eine bessere Effizienz der Solarmodule, die bei extremer Hitze an Leistung verlieren.

Ein besonderer Effekt ist die Lichtreflexion über der Wasseroberfläche des Bodensees. Das reflektierte Sonnenlicht (Albedo-Effekt) erhöht die Einstrahlung auf Solarmodule in Ufernähe messbar. Studien zeigen, dass Anlagen in unmittelbarer Seenähe bis zu 5 % höhere Erträge erzielen als vergleichbare Anlagen im Hinterland.

Die Lichtreflexion über dem Bodensee erhöht die solare Einstrahlung in Ufernähe um bis zu 5 % – ein messbarer Standortvorteil für PV-Anlagen.

Rorschach: Solarpionierin am Bodensee

Die Stadt Rorschach am Südufer des Bodensees hat sich in den letzten Jahren als Solarpionierin etabliert. Die Hafenstadt mit ihren markanten Jugendstil-Gebäuden und modernen Überbauungen bietet ein vielfältiges Bild der Solararchitektur.

Auf den Dächern der ehemaligen Textilgebäude, die heute als Gewerbeflächen oder Wohnlofts genutzt werden, sind grosse PV-Anlagen installiert worden. Diese historischen Industriebauten mit ihren Flachdächern und Sheddächern eignen sich hervorragend für die Solarnutzung.

Die Gemeinde Rorschach hat zudem die Solarnutzung auf kommunalen Gebäuden vorangetrieben. Schulhäuser, die Sporthalle und das Gemeindehaus produzieren Solarstrom und zeigen, dass Denkmalpflege und Solarenergie kein Widerspruch sein müssen.

Arbon und Romanshorn: Solar-Ausbau am Thurgauer Ufer

Obwohl Arbon und Romanshorn formal im Kanton Thurgau liegen, profitieren auch die St. Galler Gemeinden in der Grenzregion vom Erfahrungsaustausch. Die Bodensee-Region denkt in Sachen Solarenergie kantonsübergreifend – ein Vorteil der vernetzten Ostschweiz.

Die Gemeinden am St. Galler Bodenseeufer wie Rorschacherberg, Goldach, Steinach und Tübach verzeichnen eine überdurchschnittliche PV-Dichte. Die Kombination aus gutem Einkommen, hohem Eigentumsanteil und umweltbewusster Bevölkerung sorgt für eine hohe Investitionsbereitschaft in Solaranlagen.

Besonderheiten für PV-Anlagen in Seenähe

Bei der Planung einer Solaranlage in der Bodensee-Region gibt es einige Besonderheiten zu beachten:

Windlast: Am Bodensee kann es zu stärkeren Winden kommen als im geschützten Hinterland. Die Befestigung der Solarmodule muss entsprechend dimensioniert werden. Ein erfahrener Installateur berücksichtigt die lokalen Windverhältnisse bei der Planung.

Korrosionsschutz: Die feuchtere Seeluft kann langfristig die Befestigungselemente angreifen. Hochwertige Materialien aus Edelstahl oder Aluminium mit spezieller Beschichtung sind hier besonders wichtig.

Blendwirkung: In Einzelfällen kann die Blendwirkung von Solarmodulen ein Thema sein, etwa wenn Module in Richtung See geneigt sind. Moderne Module mit Antireflexionsbeschichtung reduzieren die Blendwirkung auf ein Minimum.

Ortsbildschutz: Einige Gemeinden am Bodensee haben Ortsbildschutzzonen, die besondere Anforderungen an die Gestaltung von Solaranlagen stellen. Eine frühzeitige Abklärung mit der Bauverwaltung ist empfehlenswert.

Ertragsvergleich: Bodensee vs. Hinterland

Ein Vergleich der durchschnittlichen Solarerträge zeigt den Standortvorteil der Bodensee-Region deutlich: Während eine typische 10-kWp-Anlage im St. Galler Hinterland rund 9'500 bis 10'000 kWh pro Jahr produziert, erreicht die gleiche Anlage in der Bodensee-Region 10'000 bis 10'800 kWh.

Dieser Unterschied von 5 bis 10 % mag auf den ersten Blick gering erscheinen, summiert sich aber über die 25- bis 30-jährige Lebensdauer der Anlage zu einer erheblichen Mehrproduktion. Bei einem angenommenen Strompreis von 25 Rappen pro kWh entspricht dies einer Mehreinsparung von CHF 3'750 bis CHF 6'000 über die gesamte Lebensdauer.

Fazit: Der Bodensee als Solarstandort

Die Bodensee-Region im Kanton St. Gallen bietet ausgezeichnete Bedingungen für Solaranlagen. Das milde Seeklima, die Lichtreflexion und die gute Infrastruktur machen die Region zu einem der attraktivsten Solarstandorte der Ostschweiz. Wenn Sie in Rorschach, Goldach, Steinach oder einer anderen Bodensee-Gemeinde wohnen, sollten Sie das Solarpotenzial Ihres Dachs unbedingt prüfen.

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